Wohlan, 2008 ist (fast) Geschichte. Mir schmerzen immer noch die Arme davon, 30 m3 mindestens zwanzig Jahre altes Heu und Stroh entsorgt zu haben, obwohl dies bereits fast eine Woche her ist (und ebenso lange gedauert hat). Mal sehen, welche Arten von schädlichen Mikroorganismen und Schimmelpilzsporen ich dabei inhaliert habe.
Die letzten Tage des Jahres werde ich endlich ein wenig entspannen und mit Outdoor-Romanrecherche verbringen, bevor es Anfang 2009 wieder aktiv mit Black Prophecy weiter geht - zumindest bis Ende März. Im April kehre ich Hannover den Rücken und ziehe (mal wieder) um, und zwar nach hierhin. Statistisch gesehen heißt das: Statt knapp 600.000 Einwohner sind es zukünftig nur noch knapp 600. Stadtflucht nennt man das wohl. Einteils schade, da mir Hannover langsam begonnen hatte zu gefallen. Der Nachteil dieser Entscheidung: knapp eine halbe Million Menschen weniger um mich herum. Der Vorteil: meins! Zudem gibt es dort keine 24 Stunden lang Stadt- und Straßenlärm, und auch keine roten, grünen und weißen Fahrzeuge mit Martinshörnern, die in 20-Minuten-Intervallen Tag und Nacht die Straße rauf- und runter brettern. In Zukunft verlasse ich das Haus, laufe 50 Meter und bin im Grünen - und nach 200 Metern im Wald. Ein weiterer unschätzbarer Wert fürs Arbeitsklima und meinen etwas exaltierten Lebenswandel: Ich kann die gesamte Nacht über die Anlage aufdrehen und mich mit 100 dB beschallen lassen, und keine Sau stört's, da das nächste Nachbarhaus knapp 100 Meter entfernt steht.
No human sound can stand up to this, loud enough to knock you down! [Ministry, Jesus Built My Hotrod]
Von meinem zukünftigen Domizil bis in den Oberharz sind es gerade mal 20 Kilometer mit dem Auto. Meine Romanrecherche wird also keine Recherchereise, sondern ein eher beschaulicher Ausflug (oder zwei) ins nahe Bergland, um mir ein paar stillgelegte Bergwerke anzusehen und mich über den Abbau von Blei- und Zinkerz vor 70 bis 80 Jahren schlau zu machen. Die Bildreihe oben vermittelt in etwa eine Vorstellung davon. Der Oberharz ist durchlöchert mit alten Bergwerksstollen wie ein Schweizer Käse. Auf meiner To-do-Liste stehen Pochwerke, Entwässerungsgräben, Kehrräder, Huntsläufe, Erzwäschen und Pumpstationen historischer Bleiminen in den Jahren 1920-1940 - und zwar sowohl ober- als auch unterirdisch. Die Digicam habe ich dabei, vielleicht gelingen mir ja ein paar Schnappschüsse von Goblins oder einem Balrog. Das Ergebnis in literarischer Form gibt's dann im Laufe des kommenden Jahres zu lesen.
Insofern allen einen guten Rutsch ins neue Jahr! Und wer's noch nicht wusste: 2009 ist das internationale Jahr der Astronomie.
Willkommen auf der PANORAMA-Kolonie von Michael Marrak
A PARALLAX VIEW * ist Weblog, Babelfisch-Aquarium, Tagebuch oder Online-Journal, was auch immer. Es ist nicht unbedingt schöner als das Original, aber dafür praktischer. Sofern es mir alle Knebelverträge, Geheimhaltungsvereinbarungen, Verschwiegenheitspflichten und sonstigen Diskretionen erlauben, gibt es hier Einblicke hinter die Kulissen von Buchmarkt, Schriftstellerei, Illustration, Computerspiel-Entwicklung, Phantastik-Szene und den allgemeinen Wahnsinn in diesem Spiralarm.
—— Stay tuned! ——
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Sonntag, Dezember 28, 2008
Hinter den sieben Bergen ...
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