
Als ich hier vergangenes Jahr knapp drei Monate lang nichts postete, hieß es danach, mein Blog wäre lange Zeit im Time-Vortex steckengeblieben. Jetzt waren es knapp sieben Monate … Als Ausrede ließe sich behaupten, ich hätte mich während dieser Zeit in diversen anderen Ecken des Universums herumgetrieben. Da das aber eh keiner glaubt, einigen wir uns einfach auf „war zu faul“, okay …?
Na gut, es war von beidem etwas. Der Umzug ist bereits eine Weile her (August), aber die Wohnung immer noch nicht fertig eingerichtet, da ich zu kaum etwas anderem komme, als tagtäglich von morgens bis abends Buchstaben aneinander zu reihen. Seit über einem halben Jahr hatte ich so gut wie keine wirkliche Erholungspause, sondern sitze tagsüber in der Entwicklerfirma, um die Spielstory zu schreiben, und jeden Abend noch bis Mitternacht (oft auch länger) zuhause am Notebook und werkle am neuen Roman. Die Wochenenden und „Urlaube“ gingen dabei komplett für den Roman drauf, was langsam gewaltig an der Substanz zehrt. Der Monitor-Overkill hat mich zudem ziemlich elektrophob werden lassen, was sich in der brach liegenden Homepage (inkl. Blog) und vielen unbeantworteten Mails äußerte. Zudem musste/sollte alles, was hinsichtlich der Projekte aktuell war (und ist), zugleich top sectret bleiben – in Bezug auf Handlungen, Namen, Titel, usw. – frei nach der Maxime aller Area 51-Mitarbeiter: „Natürlich könnte ich Ihnen erzählen, woran wir arbeiten – aber danach müsste ich Sie erschießen!“
Zumindest soviel sei verraten: Beide Projekte wachsen und gedeihen prächtig. Seit meinem letzten Eintrag ist viel Zeit vergangen, aber leider noch nicht genug, um den Kindern bereits Namen zu geben; keinesfalls aus Geheimniskrämerei, sondern weil es für beide Projekte schlicht und ergreifend einfach noch keine endgültigen Titel gibt. Und die alteingesessenen Arbeitstitel einzuführen, wie damals bei ABYDOS / MORPHOGENESIS, birgt die Gefahr, sich als Leser so sehr an diese zu gewöhnen, dass man den Bezug und die womöglich über Monate hinweg aufgebaute Bindung zum Produkt verliert, sobald man kurz vor Veröffentlichung die tatsächlichen Namen erfährt. Daher auch weiterhin keine Arbeitstitel, die Erwartungen verzerren, sondern nach wie vor einfach nur ›der neue Roman‹ und ›das Computerspiel‹ – bis die ersten offiziellen Prospekte und Pressemitteilungen auftauchen.
Das einzige Mal, dass ich mich bisher zum kommenden Roman geäußert und ein wenig aus dem Inhalt verraten habe, war vor knapp sieben Monaten während eines kurzen Besuchs im sogenannten „Dienstagschat“ des SF-Netzwerks. Ein paar Tage später postete ich im Bezug darauf im Forum noch einen kurzen Kommentar mit weiteren Andeutungen und dem Vermerk der „versteckten Exklusivinfo“. Und – Kompliment! – dort blieb sie bis heute versteckt, ohne dass irgendjemand das Thema weiter aufgegriffen und an die große Glocke gehängt hat. Im damaligen Chat selbst ließ ich mich angesichts reichlich neugieriger Fragen zu drei scherzhaft-kryptischen Äußerungen zum Roman breitschlagen: 1) es geht um Sand, 2) es gibt einen Roboter, und 3) es taucht etwas auf, das durchaus die Kriterien eines Aliens erfüllt. Zumindest ist es etwa dreimal so groß wie meine Protagonistin und wiegt so viel wie ein durchschnittlicher Kleinwagen (weshalb es einen Großteil seiner Freizeit bevorzugt im Sitzen verbringt) …
Zum Sand: nun, der spricht für sich. Zu finden ist er auf 17° 51’ 20’’ nördlicher Breite und 11° 21’ 46’’ östlicher Länge.
Und der Roboter? Nach dem Chat befürchteten einige Leute, man habe mir diesen am Vorabend womöglich aufgeschwatzt. Aber dem war nicht so, er gehörte tatsächlich schon vorher zum Konzept. Zwar ist er etwas senil und altersschwach, aber ein wesentlicher Bestandteil der Story ...
Die Frage, die mir im Verlauf der letzten zwölf Monate am häufigsten gestellt wurde, war: „Ist's ein SF-Roman?“ Ja, ist es zweifellos – aber ebenso auch ein Fantasy- und Abenteuerroman. Zudem wird es ein Jugendbuch (bzw. mehrere), falls das für den einen oder anderen ein Qualitätskriterium sein sollte. Am ehesten umschreiben könnte man den Stoff vielleicht als Mischung aus Alice im Wunderland, The Hunting of the Snark, Gullivers Reisen und … na ja, vielleicht Dune.
Raumschiffe werden darin auch diesmal nicht vorkommen – zumindest bis jetzt nicht, nachdem immerhin 95% von Band 1 und etwa 30% von Band 2 fertiggestellt sind. Mit Raumschiffen in inflationärer Stückzahl und Größe habe ich fünf Tage die Woche in Sachen Space Opera-Computerspiel zu tun, das ist Kontrastprogramm genug. Dafür gibts im Roman recht viele andersartige lebendige und künstliche, kleine, größere und ziemlich große fliegende Dinge und Konstrukte. Und auch Parallelwelten und mythologische Aspekte kommen mal wieder nicht zu kurz – letzteres wahrscheinlich sehr zum Leidwesen des einen oder anderen „Mythologiemuffels“. Doch relax, alles halb so schlimm.
Soviel für den Augenblick. Mehr zum Buch gibt’s, sobald das Ravensburger-Prospekt für Winter/Frühjahr 2007/2008 erschienen ist – also in etwa vier bis fünf Monaten.
Bunny ho!
Willkommen auf der PANORAMA-Kolonie von Michael Marrak
A PARALLAX VIEW * ist Weblog, Babelfisch-Aquarium, Tagebuch oder Online-Journal, was auch immer. Es ist nicht unbedingt schöner als das Original, aber dafür praktischer. Sofern es mir alle Knebelverträge, Geheimhaltungsvereinbarungen, Verschwiegenheitspflichten und sonstigen Diskretionen erlauben, gibt es hier Einblicke hinter die Kulissen von Buchmarkt, Schriftstellerei, Illustration, Computerspiel-Entwicklung, Phantastik-Szene und den allgemeinen Wahnsinn in diesem Spiralarm.
—— Stay tuned! ——
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Freitag, Februar 16, 2007
Back from the Vortex
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1 Kommentare:
jugendbuch? prima, hab ja jugend hier rumlungern.
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