Wie vor einigen Wochen erwähnt, fand Ende letzten Monats im italienischen Bologna die internationale Jugendbuchmesse statt. Mir persönlich war dieser Termin erst bewusst geworden, als es fast schon zu spät war: kaum zwei Wochen vorher. Während der Internet-Recherche war ich zufällig auf die Messe-Info gestoßen. Umso mehr hatte mich daraufhin der Gedanke elektrisiert, aus der "sinnvollen Beschäftigungstherapie Jugendroman", die als Lückenfüller bis zu meinem Umzug dienen sollte, ein offizielles Projekt zu machen. Eiligst hatte ich meinem Literaturagenten ein kleines Textpaket des Buches zusammengestellt, bestehend aus einem Kurzexposé, ein wenig Titelphilosophie sowie zwei längeren Probekapiteln.
Im günstigsten Fall, so meine Hoffnung, würde Schlück aus Bologna mit der Liste einiger Verlage zurückkehren, die sich für das Jugendbuch-Projekt interessieren - wobei ich mir angesichts des futuristischen Konzepts keine großen Hoffnungen gemacht hatte. Was bereits im Exposé nach SF riecht, wird einem derzeit nicht unbedingt aus den Händen gerissen. Erfreulicherweise kam Bastian trotz meiner Bedenken mit einer stattlichen Liste zurück. Sie war länger als erwartet und die Verlage, die darauf stehen, recht illuster. Für mich war es die ersehnte Bestätigung, dass ich meine Zeit momentan nicht an einer Schnapsidee vergeude. Nachdem ich wusste, dass einige sehr namhafte Jugendbuchverlage am Roman interessiert sind, plante ich (zumindest einen Tag lang), das Buch in den kommenden Wochen gemütlich fertig zu schreiben.
Dann meldete sich einer der Verlage und meinte, man könne sich auch eine Buch-Offerte vorstellen, wenn vorerst "nur" die Hälfte des Romans vorläge. Auch einem futuristischen Konzept sei man nicht abgeneigt. Als mein Agent mich daraufhin Anfang dieses Monats gefragt hatte, ob ich besagte "Hälfte" womöglich schon bis Ostern schaffen könnte, hatte ich in einem Anflug geistiger Umnachtung geantwortet: na klar!
Nun, um es kurz zu machen: Ich bin tatsächlich fertig geworden, aber ich fühle mich, als hätte ich an einem Rodeo teilgenommen - und zwar nicht auf Pferden, sondern auf wilden Bullen. Obwohl mittlerweile über eine Woche vergangen ist, spüre ich beim Sitzen noch immer jeden Rückenmuskel & -knochen. Meine besten Freunde sind derzeit Muskelrelaxantien. Ich hoffe daher inständig, die Mühe hat sich gelohnt …
Ach ja, inzwischen kann ich auch eines der "noch nicht spruchreifen" Projekte aus den letzten Projektnotizen in eine Schublade mit der Aufschrift "definitiv" ablegen. Der amerikanische Vertrag für ASTROSAPIENS (mein Beitrag für eine SF-Anthologie namens WORLDS APART) liegt hier vor mir - und er sieht echt aus.
Willkommen auf der PANORAMA-Kolonie von Michael Marrak
A PARALLAX VIEW * ist Weblog, Babelfisch-Aquarium, Tagebuch oder Online-Journal, was auch immer. Es ist nicht unbedingt schöner als das Original, aber dafür praktischer. Sofern es mir alle Knebelverträge, Geheimhaltungsvereinbarungen, Verschwiegenheitspflichten und sonstigen Diskretionen erlauben, gibt es hier Einblicke hinter die Kulissen von Buchmarkt, Schriftstellerei, Illustration, Computerspiel-Entwicklung, Phantastik-Szene und den allgemeinen Wahnsinn in diesem Spiralarm.
—— Stay tuned! ——
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Donnerstag, April 20, 2006
Das Zureiten wilder Romane
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2 Kommentare:
Congratulations! Würde gerne mal was von Dir auf englisch lesen. Einfach so aus Interesse, wie die Übersetzungen gemacht sind ...
Wenn Du mal was ganz kurzes hast und eine englische Variante bräuchtest ... you know where to find me.
Thanx!
>>Würde gerne mal was von Dir auf englisch lesen.<<
Ja, würde ich auch gerne ... ;-))
"Etwas ganz Kurzes" hab ich in diesem Jahrtausend leider noch nicht zustande gekriegt. Vielleicht im nächsten. Eine Leichtigkeit für uns Reinkarnauten ...
PS: Wie gehts der BEISSZEIT?
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