Willkommen auf der PANORAMA-Kolonie von Michael Marrak

A PARALLAX VIEW * ist Weblog, Babelfisch-Aquarium, Tagebuch oder Online-Journal, was auch immer. Es ist nicht unbedingt schöner als das Original, aber dafür praktischer. Sofern es mir alle Knebelverträge, Geheimhaltungsvereinbarungen, Verschwiegenheitspflichten und sonstigen Diskretionen erlauben, gibt es hier Einblicke hinter die Kulissen von Buchmarkt, Schriftstellerei, Illustration, Computerspiel-Entwicklung, Phantastik-Szene und den allgemeinen Wahnsinn in diesem Spiralarm.
—— Stay tuned! ——

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Dienstag, März 14, 2006

Projektnotizen # 3


Nach meinem letzten Eintrag erreichten mich ein paar Mails von Lesern, die nicht so recht glauben wollten, dass ich während der letzten Monate lediglich an der Story für die ARKHAM-Antho und am Jugendroman gearbeitet habe. Nach der Devise: Da muss es doch noch mehr gegeben haben, erzähl doch mal! Und man wies mich auf jene Zeilen hin, die ich dereinst für das PANORAMA-Intro verfasst hatte: Hier zu plaudern über laufende Projekte, zu sümseln über Dies und Das - immer unter dem Vorbehalt, dass diese Dinge sich fortwährend ändern können.

Stimmt, das war damals der eigentliche Grund dafür gewesen, das PANORAMA zu eröffnen. Nachfolgend daher also ein kleines Potpourri an eigentlich noch nicht spruchreifen Projekten, unsicheren Halbwahrscheinlichkeiten und literarischen Nichtigkeiten. Größtenteils ohne Gewähr und Garantie dafür, dass irgend etwas davon das Licht der Öffentlichkeit tatsächlich erblickt oder Anlass dazu gibt, zu laut auf die Pauke zu hauen.

Seit etwa sechs Monaten laufen Gespräche darüber, meine gemeinsam mit Gerhard Junker verfasste (verbrochene) absurde SF-Groteske AM ENDE DER BEISSZEIT auf eine Theaterbühne zu bringen (sic!). Besser gesagt: Eine abgespeckte und vor allem theatertaugliche Version derselben. Zumindest der Produzent, der das Buch (freiwillig!) gelesen hat, hält es schon mal für „sehr spannend, Fußnoten auf der Bühne zu inszenieren“. Allerdings steht die Meinung der Regie noch aus - wobei ich sicher bin, dass die BEISSZEIT dahingehend womöglich die Seriositätskriterien nicht ganz erfüllen könnte ... Sollte das Stück tatsächlich auf eine Bühne gelangen, werden die Schauspieler nach der Premiere entweder gevierteilt werden, oder das Ganze entwickelt sich zu einem SF-Trash-Kult. Schließlich begegnet der Zuschauer solch illustren Gestalten wie Pikdod, dem Dezimierer, seines Zeichens der Zebrastreifen Gottes, oder seiner Frau Maltrea, der Vermehrerin. Es gibt Polyp-Nebel, Halbtags-Erotiker, Subraumspalter, Sturzkampf-Peripherie-Killer, Bracklicht und haufenweise Verbalpartikel ...

AM ENDE DER BEISSZEIT # 2: Zumindest inspiriert von der BEISSZEIT und basierend auf deren Grundidee eines isolierten Gefängnisplaneten für heimatvertriebene Invasoren ist das groteske SF-Theaterstück WARTEN AUF GOTO aus der Feder von Johannes Grenzfurthner/monochrom. Im Bühnendialog verwoben sein werden auch verfremdete Textparts aus meinem Einakter ZUR SELBEN ZEIT AN EINEM ANDEREN ORT und dem ebenfalls auf der BEISSZEIT basierenden Prosa-Interview FREE JAZZOLATION. Uraufführung ist am 21. April 2006 im Wiener Hundsturm, der experimentellen Bühne des Wiener Volkstheaters. WARTEN AUF GOTO läuft an sechs Abenden bis einschließlich 3. Mai 2006.

Was ist sonst noch nicht spruchreif? Auslandslizenzen vielleicht. Meine Erzählung ASTROSAPIENS wird Ende 2007 in den USA erscheinen, für LORD GAMMA und MORPHOGENESIS laufen derzeit die Vorgespräche für eine Übersetzung ins Polnische. Vor allem letzteres freut mich, da doch ein Großteil meiner Verwandtschaft noch in Polen lebt – das heißt, zumindest tat sie das noch vor 15-20 Jahren. Keine Ahnung, wer davon seither in den Westen gezogen ist bzw. das Zeitliche gesegnet hat.

Des weiteren (bzw. immer noch) im Gespräch für Übersetzungen diverser Romane und Kurzgeschichten sind Italien, Dänemark, Griechenland und Russland. Allerdings gestaltet sich die Kommunikation und Entscheidungsfindung bei diesen Projekten – vor allem mit Italien – in etwa so, als würde ich in Verbindung mit Proxima Centauri stehen: Jede Entscheidung benötigt vier Jahre hin und vier Jahre wieder zurück. Derzeit befindet sich alles in der Warteschleife. Ich habe mich allerdings auch schon lange nicht mehr um den aktuellen Stand der Dinge bemüht. Sollte ich vielleicht mal nachholen ...

So, für heute genug der literarischen Dämmerzustände. Den Rest gibt’s ein andermal.

1 Kommentare:

Fahrgemeinschaft hat gesagt…

Polen tritt bald in die EU ein und unsere Fahrgemeinschaft erweitert ihren Horizont ?