Für gewöhnlich ziert den Bildschirm meines Schreibrechners ein Desktopmotiv, das in unmittelbarem Zusammenhang mit einem aktuellen Projekt steht. Bei IMAGON beispielsweise waren es abwechselnd Gletscher- und Eisbergmotive oder irgendetwas mit Tentakeln, je nach Kapitel. Bei MORPHOGENESIS war es zumeist dieses Bild, das viele vom ersten, aus bekannten Gründen abgelehnten Titelbildentwurf kennen dürften. Aber auch dieses Motiv fand ab und zu seinen Platz als Wallpaper.
Mein derzeitiges Hintergrundmotiv wirkt dagegen absolut unspektakulär: Es ist eine historische, vergilbte Landkarte von 1866 – genauer gesagt: die 1866 angefertigte Reproduktion einer historischen Landkarte von 1692. Sie zeigt jenen Ort in Neuengland, der H.P. Lovecraft als Vorlage und Inspiration für ein fiktives, von degenerierten Bewohnern bevölkertes Küstenstädtchen diente. Nun, diese Landkarte - auf besagtes fiktives Städtchen zurechtgeschnitten – kommt natürlich auch in meiner aktuellen Geschichte vor. Meine beiden Protagonisten tragen sie, nachdem sie diese in der Bibliothek einer ebenfalls sehr bekannten, ortsansässigen Universität entdeckt haben, mit sich herum. Die Story spielt zwar 1941, doch geht es in ihr um eine Indianerlegende, die bis in die Zeit des König-Philips-Krieges (1675-76) zurückreicht.
Die meisten werden es inzwischen ahnen: Bei dem aktuellen Projekt handelt es sich um meinen (längst überfälligen) Beitrag für die Anthologie ARKHAM – EIN REISEFÜHRER. Ursprünglich wollte ich ja aus Termingründen lediglich eine ältere, bisher unveröffentlichte Story überarbeiten, doch als meine Protagonisten literarisch in Arkham eintrafen, kam ich wieder auf den Lovecraft-Geschmack. So wurden aus 20 Seiten 40, und aus 40 bald 60 ...
Na ja, nun ist’s eine Novelle geworden; eine Entdeckungsreise, in der ich sehr viel Wert auf den atmosphärischen Aufbau der Story gelegt habe. Natürlich hätte ich die gesamte Handlung auch im Schweinsgalopp erzählen können, das wäre kein Problem gewesen – nur nicht so schön. Warum zudem eine kurze Erzählung nicht in mein Konzept passte, werde ich demnächst in einer anderen Projektnotiz erklären.
An dieser Stelle allen einen guten Rutsch in ein hoffentlich friedliches und erfolgreiches neues Jahr! – Obwohl 2006 laut Bibel-Code eh alles übern Jordan gehen soll. Also vielleicht eher: Macht’s gut, und danke für den Fisch? Warten wir’s ab.
Ach ja, noch etwas Lustiges zum Jahresende: The politically incorrect alphabet, woher auch das Bild oben stammt. Besucher der Seite sollten unbedingt die links abgebildeten Kartenmotive studieren, da sind "nette" Sachen dabei. Wäre ja vielleicht auch etwas für frisch gebackene Eltern und den Unterricht mit ihren Sprösslingen ...
Willkommen auf der PANORAMA-Kolonie von Michael Marrak
A PARALLAX VIEW * ist Weblog, Babelfisch-Aquarium, Tagebuch oder Online-Journal, was auch immer. Es ist nicht unbedingt schöner als das Original, aber dafür praktischer. Sofern es mir alle Knebelverträge, Geheimhaltungsvereinbarungen, Verschwiegenheitspflichten und sonstigen Diskretionen erlauben, gibt es hier Einblicke hinter die Kulissen von Buchmarkt, Schriftstellerei, Illustration, Computerspiel-Entwicklung, Phantastik-Szene und den allgemeinen Wahnsinn in diesem Spiralarm.
—— Stay tuned! ——
_____________________________________________________
A PARALLAX VIEW * ist Weblog, Babelfisch-Aquarium, Tagebuch oder Online-Journal, was auch immer. Es ist nicht unbedingt schöner als das Original, aber dafür praktischer. Sofern es mir alle Knebelverträge, Geheimhaltungsvereinbarungen, Verschwiegenheitspflichten und sonstigen Diskretionen erlauben, gibt es hier Einblicke hinter die Kulissen von Buchmarkt, Schriftstellerei, Illustration, Computerspiel-Entwicklung, Phantastik-Szene und den allgemeinen Wahnsinn in diesem Spiralarm.
—— Stay tuned! ——
_____________________________________________________
Mittwoch, Dezember 28, 2005
Projektnotizen # 1
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
1 Kommentare:
Sehr geehrter Herr Marrak, ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass dieser tatenlos herumhängende Herr auf dem ersten Bild keine Beine hat? Äußerst schockierend! Und auch dieses Alphabet, einfach empörend!
...
..
.
Ok, nur Spaß! *g*
Langsam verliert man echt den Überblick was einen von dir erwartet. *lach*
War da mal nicht die Rede von einem Jugendroman? Ein Computerspiel? An eine erwähnte Storysammlung glaube ich mich auch zu erinnern? Jetzt noch eine Novelle... Spannend, mal sehen womit man in Zukunft dann erfreut wird.
Eigentlich ist es mir ja egal, ich freue mich einfach drauf und greife gleich zu! :-)
Viele Grüsse und frohes Schaffen!
Rainer
Kommentar veröffentlichen