Willkommen auf der PANORAMA-Kolonie von Michael Marrak

A PARALLAX VIEW * ist Weblog, Babelfisch-Aquarium, Tagebuch oder Online-Journal, was auch immer. Es ist nicht unbedingt schöner als das Original, aber dafür praktischer. Sofern es mir alle Knebelverträge, Geheimhaltungsvereinbarungen, Verschwiegenheitspflichten und sonstigen Diskretionen erlauben, gibt es hier Einblicke hinter die Kulissen von Buchmarkt, Schriftstellerei, Illustration, Computerspiel-Entwicklung, Phantastik-Szene und den allgemeinen Wahnsinn in diesem Spiralarm.
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Donnerstag, September 22, 2005

End of Ages

Heute erscheint mit END OF AGES der von mir herbeigesehnte fünfte Teil der genialen MYST-Saga. Entwickelt wurde er von den Schöpfern des ersten MYST-Teils und baut die Serie, die als Quintessenz aller Adventure-Spiele gilt, weiter aus. Gleichzeitig stellt END OF AGES leider auch das finale Kapitel der Serie dar, was mich als Spieler der ersten Stunde natürlich sehr traurig stimmt. 1993 erschien der erste Teil der Saga und entwickelte sich binnen kurzer Zeit zum Überraschungserfolg. 1997 folgte die 5-CD-Mammut-Episode RIVEN, für viele MYST-Spieler aufgrund seiner Komplexität der Teil der Saga schlechthin. Mein persönlicher Favorit ist bisher jedoch der 2001 erschienene dritte Teil namens EXILE. Im Jahr 2003 folgte das Experiment URU – AGES BEYOND MYST, welches vom Clickpoint-Konzept abwich und den Spieler mit einer TOMB RAIDER-Steuerung und interaktiven Multiplayer-Add-Ons auf der Online-Plattform URULIFE verwirrte. Das Spiel wurde trotz innovativer Echtzeit-3D und musikalischer Unterstützung von Peter Gabriel nur sehr widerwillig akzeptiert. Insofern markierte URU aufgrund rückläufiger Verkaufszahlen bereits den Anfang vom Ende der MYST-Saga. Mit dem hervorragenden MYST IV – REVELATION kehrte man schon 2004 zum ursprünglichen Konzept der Spiele zurück, doch es war zu spät.

Bereit im Vorfeld der heutigen Veröffentlichung von MYST V - END OF AGES war vor einigen Wochen auf diversen Foren und Newsportals zu erfahren, dass die legendäre Spieleschmiede Cyan Worlds Zahlungsschwierigkeiten hat und daher fast alle Mitarbeiter entlassen musste. Über 12 Millionen Mal wurden die bisher erschienenen fünf Teile der MYST-Saga weltweit verkauft, und END OF AGES wird diese Bilanz zweifellos noch einmal um mehrere Millionen Exemplare verbessern. Dennoch: Auf einer FAQ-Seite für den MYST-Ableger URU, der von den Fans seinerzeit sehr zwiespältig bewertet wurde, heißt es, die Entwickler hätten keine Financiers für zukünftige Projekte gefunden und könnten die Schulden an Ubi Soft nicht zurückzahlen. Deshalb habe Cyan bis auf Tony Fryman und den Firmenmitbegründer Rand Miller alle Mitarbeiter entlassen. Schade, wirklich! Dennoch: Danke für zwölf schöne Jahre, in denen man in das wundervolle MYST-Universum eintauchen und anspruchsvolle Rätsel lösen durfte, um zauberhafte, magische Welten zu erforschen.

Auf der Cyan-Website findet man noch ein Abschiedsfoto der MYST-Schöpfer.

6 Kommentare:

T.S. hat gesagt…

Ich habe ja in deinem PANORAMA mitverfolgen können, wie sehr du dem Spiel zugeneigt bist. Kenne auch eine Person, die sich jedes Mal hinsetzt und die Episoden von vorn bis hinten durchackert und dabei auch noch begeistert ist, mit glänzenden Augen (Fieberträume?) am Morgen auftauchte und lauthals schwärmte. Ich habe damals in der ersten Episode nicht einmal das erste Rätsel komplett lösen können, wenn ich mich recht erinner. Hat mich einfach nicht so gefesselt. Umso erstaunter bin ich immer wieder bei solchen Bekundungen!

NavigatorSchneiberg hat gesagt…

Das letzte Spiel der Myst-Reihe, dass ich - mit großer Begeisterung - gespielt habe, war EXILE. Die Zwischenschritte danach bis END of AGES kenne ich also nicht. Als ich mir aber die ENDofAGES Website ansah, war ich doch sehr enttäuscht, dass es eines der schönsten Features dieser prachtvollen Spiele nicht mehr zu geben scheint: die eingebetteten Realaufnahmen der Personen. Diese Optik ist durch animierte Charaktere, und seien sie noch so gut, nicht zu toppen. Damit sieht Myst leider wieder mehr wie ein "normales" Computerspiel aus.

marrak hat gesagt…

Hallo Tobias,

ich muss gestehen, dass ich für das erste MYST auch mehrere Anläufe gebraucht habe. Damals (Ende 1993) hatte ich mich frisch durch das erste DOOM gemetzelt (mein erstes Spiel auf meinem ersten PC, einem 2/86er ...), als mein Bruder mir von MYST I vorschwärmte und auch gleich die CD vorbeibrachte ...

Ich hatte quasi noch die virtuelle DOOM-Kettensäge in der Hand, als ich MSYT ausprobierte, und frage mich beim einsamen Umherwandern auf der Insel nur: Was soll das denn sein? Wo bin ich hier? Wo sind denn die Leute?

Na ja, Liebe auf den zweiten Click ...

marrak hat gesagt…

Hallo Michael (navigatorschneiberg),

oha, ein Schriftsonar-Blog! Werde ich doch gleich mal in die (noch recht magere) Linkliste übernehmen ... ;-)

Was die eingebetteten Realaufnahmen betrifft: In MYST IV waren sie letztes Jahr noch dabei. Und das weitaus öfter als noch in EXILE. Kann mir kaum vorstellen, dass sie im Finale fehlen.

Khaanara hat gesagt…

Ich muß zu meiner Schande gestehen, das ich noch nie irgendein Myst-Teil in meinem Laufwerk hatte. Vielleicht sollte ich mir doch mal einer der ersten Teile mir mal ersteigern oder tauschen.

Aber erst einmal die Ultima-Collection durchspielen :)

Falko hat gesagt…

Hi Michael,

vielleicht hast du es schon mitbekommen:

http://www.golem.de/0509/40762.html